Brücke Wolbecker Straße

Aus GUB Münster
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Hoch zu Die Überleitstelle Pleister

Bei Recherchen im Landesarchiv NRW (LNRW) bin ich in "5938 Brückenangelegenheiten der Bahnstrecke Umgehungsbahn Münster (Gemeinden Münster und St. Mauritz)" auf Unterlagen zum Neubau der Brücke über die Wolbecker Straße von 1969 gestoßen.

Zunächst gab es 1966 einen Antrag für eine Straßenverbreiterung von 10m auf 15,50m. Schließlich wurde eine Durchfahrtsbreite von 21m durchgesetzt.

Die alte Eisenbahnbrücke wurde in den Jahren 1927/28 erstellt. Die Widerlager waren 20,5m breit und für vier Gleise angelegt. Vor dem Krieg waren zwei eingleisige stählerne Überbauten mit durchgehendem Schotterbett vorhanden. Zur Zeit der Planung des Neubaus war davon nur ein Überbau in Betrieb, der 1950 Instand gesetzt wurde. Der andere Überbau wurde im Krieg beschädigt und ausgebaut.

Weiter ist den Unterlagen die Rede davon, dass die Teilstrecke zwischen den Blockstellen Pleister und Kanal wegen umfangreicher Kriegsschäden eingleisig betrieben wurde, aber eine Wiederherstellung der Zweigleisigkeit vorgesehen war.

Die neue Brücke sollte in den Widerlagern für zwei Gleise angelegt werden. Davon sollte nur ein Überbau für das vorhandene Streckengleis gebaut werden. Der zweite Überbau sollte von der DB bei Wiederherstellung der Zweigleisigkeit erstellt werden.

Vom Augenschein her ist die Brücke aber gleich "in einem Stück" zweigleisig erbaut worden. Bis heute liegt auf der Brücke nur ein Gleis, und zwar auf der Ostseite. Nördlich der Brücke macht das Gleis einen "Schlenker" von Osten nach Westen. Erst kurz von dem Pleistermühlenweg teilt sich das Gleis in die zweigleisige Strecke bis Sudmühle.

Ein Plan vom 05.02.1970 zeigt den Neubau. Ein nicht datierter Plan beleuchtet näher, was es mit der Auslegung auf vier Gleise, dem Kriegsschaden und dem aktuellen Zustand auf sich hat.

Da die Brücke im alten Plan ein "Reichsbahngeländer" aufweist und rote Markierungen und Anmerkungen vorhanden sind nehme ich an, dass der Plan aus der Zeit des Baus stammt und um Informationen zur Kriegsschäden, Nachkriegszustand und geplanten Baumaßnahmen ergänzt wurde.

Im Plan werden vier Überbauten beschrieben. Von West (Richtung Münster) nach Ost (Richtung Wolbeck) sind das

  • Mit Anmerkung "Baujahr 1925 (1928 verschoben)", "Überbauten nicht vorhanden!" (rot unterstrichen, Überbauten durchkreuzt)
    • Überbau a (von "Überholungsstation Sudmühle" nach "Münster R.", also Richtung Süden; "Leer-Richtung")
    • Überbau b ("späteres Rheiner Gütergleis nach Nevinghof", also Richtung Norden; "Last-Richtung"), mit Anmerkung "Widerauflagebereich ausbessern (Füllbeton)" (in grün)
  • Mit Anmerkung "Baujahr 1928", "neuer Stahlüberbau" (in rot)", "schadhafter Widerlagerbereich", "neue Auflagebank" (in grün)
    • Kein aktueller, sondern anscheinend ein geplanter neuer Überbau
  • Mit Anmerkung "Baujahr 1928"
    • Überbau c (von "Münster R." nach "Überholungsstation Sudmühle", also Richtung Norden; "Last-Richtung")

Interessant finde ich die angedachte Anbindung an der Gleis nach Rheine. Da Rheine westlich der GUB liegt, frage ich mich, wie und wo man von diesem Gleis über oder unter das Gleis aus Sudmühle gekommen wäre.

Notizen

  • Von Katasteramt Foto von vor dem Neubau besorgen