Stromunfall an der Fußgängerbrücke Drachterstraße

Aus GUB Münster
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Am 22.04.2021 berührte ein Kind bei einer Kletterei an der Fußgängerbrücke an der Drachterstraße/ Vennheideweg eine Hochspannungsleitung der Bahn (Quelle: Münstersche Zeitung).


Verlauf Hochspannungsleitung.jpg

Hochspannungsleitung im Südteil der Brücke (Blick nach Süden) (CT)

Im Artikel war zunächst von der Oberleitung die Rede. Berührt wurde nicht die Oberleitung (mein Standpunkt bei Aufnahme des Fotos ist in etwa darüber), sondern eine Bahnstromleitung, die auf der Südseite durch die Brückenkonstruktion führt.

Während die Oberleitung unter dem Brückenbogen hängt und nur schwer zu erreichen ist führt die Hochspannungsleitung unter dem Brückendeck, aber oberhalb des Bogens durch eine Öffnung hindurch.

Auf dem Foto sind das horizontale Schutzdach über und die vertikale Klettersperre neben dem Leitungspaar zu sehen.


Bogen mit Sperre.jpg

Kletterschutz (Blick nach Norden) (CT)

Auf der Südseite der Brücke kann man den Bogen vom Boden aus erklimmen. Eine große Blechwand verhindert das Weiterklettern - aber anscheinend gelang es dem Kind, die Sperre zu überwinden.

Für die zum Unfallort gerufene Feuerwehr war die Klettersperre ein Problem, denn an das Kind war so nicht heranzukommen. Zunächst einmal musste mit dem Trennschleifer eine Öffnung geschaffen werden.


Erneuerte Zugangssicherung.jpg

Wieder verschlossene Klettersicherung (Blick nach Norden) (CT)

Auf dem Foto ist zu sehen, dass die durch die Feuerwehr geschaffene Öffnung in der profilierten Wand wieder mit einem Stück glattem Blech verschlossen worden ist.


Nach dem Unfall

Nach dem Unfall wurden ein paar Dinge an der Brücke modifiziert um die Sicherheit zu erhöhen. Es wurden auf dem Schutzdach und an der Klettersperre zusätzliche Schilder angebracht, die mehr noch als bisher vor einer Gefahr durch Hochspannung warnen.


Isolierung Hochspannungskabel.jpg

Isoliertes Hochspannungskabel (CT)

Als aktive Sicherheitsmaßnahme hat man die Hochspannungskabel im Bereich unter dem Brückendeck und ein paar Meter auf beiden Seiten darüber hinaus gegen Berührung und Funkenüberschlag isoliert.


Ein Jahr später

Im Juli 2022 war ich mit dem Rad unterwegs und beobachtete, dass an der Südrampe der Fußgängerbrücke die Feuerwehr im Einsatz war. Doch nicht schon wieder ein Stromunfall? Zunächst einmal bin ich erschrocken.

Der Bewohner eines Hauses in der Nähe, der sich das Ganze anschaut, klärt mich auf: Nein, nur eine Übung. Es stellt sich heraus, dass er Nachbar der Familie ist, deren Kind ein Jahr zuvor wie oben beschrieben verunglückt ist.

Ich kannte den Zeitungsartikel, nicht aber die Geschichte danach. Die schlechte Nachricht: Bei dem Unfall erlitt das Kind umfangreiche Verbrennungen und lag Monate lang im Krankenhaus. Die gute Nachricht: Es hat überlebt und es geht ihm nun so weit wieder gut. Ich wünschte weiter alles Gute.