Das Überwerfungsbauwerk Pleister

Aus GUB Münster
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HINWEIS: An dieser Seite wird gerade (Dezember 2021) gebaut.

"Ein Überwerfungsbauwerk ist eine Brücke, eine Unterführung, ein künstlicher Geländeeinschnitt, ein Tunnel oder ein anderes Bauwerk, dessen vorrangige Aufgabe die Führung zweier sich überschneidender Verkehrswege auf unterschiedlichen Ebenen, planfrei, über eine Kreuzungsstelle ist.

Häufig sind Überwerfungsbauwerke im Eisenbahnbau anzutreffen. Die langen Brems- und Beschleunigungswege von Schienenfahrzeugen machen eine voneinander unabhängige Führung verschiedener Gleise notwendig. Dies ist beispielsweise bei Streckengleisen der Fall, die aus einem Bahnhof hinausführen, ohne dass ausfahrende Züge die Trasse für andere Fahrten blockieren." (WKPD)


Plan Überwerfungsbauwerk Pleister.jpg

Plan Bahnmeisterei Münster von 03.04.1973 (Norden rechts) (LAV NRW W, O 001/Bundesbahndirektion Münster Nr. 3596)

Das Überwerfungsbauwerk Pleister ist so ein Tunnel, unter dem westlichen Gleis hindurch (die soliden schwarzen Balken im Plan). Damit wäre es möglich gewesen, aus der Westseite des geplanten Rangierbahnhofs Gremmendorf Richtung Norden auszufahren ohne die Strecke nach Süden per Kreuzung durchfahren zu müssen (wie dies z.B. beim Abzweig Lechtenberg der Fall ist).

Der Plan ist übrigens ein glücklicher Zufallsfund: Wer nahe an einer Bahnanlage bauen will braucht dafür das OK des Schienennetz-Betreibers. Der hier gezeigte Plan (private Informationen entfernt) wurde von der Bahnmeisterei Münster zur Prüfung der Sachlage erstellt.


Überwerfungsbauwerk Pleister gegenüber.jpg

Überwerfungsbauwerk Pleister (ca. 2010, Blick nach Südwesten) (ANON)

Man erkennt links das verschlossene nördliche Ende des Tunnels, der privat für Lagerzwecke vermietet ist (EFDR), und davor einen Schuppen neueren Datums, der mit seiner Rückseite an der Stützmauer von 1930 lehnt - die mit ihren Bögen genauso aussieht wie die Stützmauer des nördlichen Gleises in der Vennheide.


Überwerfungsbauwerk Pleister von oben.jpg

Überwerfungsbauwerk Pleister (ca. 2010, Blick von oben, Richtung Süden) (ANON)

Der Eingang zum Tunnel ist mit einem Rolltor verschlossen. Offensichtlich haben sich hier ein paar Sprayer häuslich eingerichtet. Im Hintergrund ist rechts oben das Blocksignal 916 vor der Weiche 901 zu sehen/ erahnen.


Zufahrt Überwerfungsbauwerk.jpg

Zufahrt Überwerfungsbauwerk (CT)

Das südliche Ende des Tunnels ist von der Straße "Falkenhorst" aus zwischen Haus 14 und 16 zu erreichen.

Tunnel und Zufahrt sind, wie oben beschrieben, privat vermietet und damit nicht öffentlich zugänglich.


Notizen

  • Auf Foto von 1943 auf Flakstellung westlich von Üst Pleister hinweisen, die Gebäude zwischen den Gleisen, und die etwaige Nutzung des "Tunnels" als (Mun-) Bunker
  • Die Kriegsfotos auf einer historischen Seite gebührend analysieren
  • Das Gleis im Überwerfungsbauwerk Pleister liegt tief, fast auf Höhe der Umgebung - das hätte wieder ansteigen müssen, weil der Rangierbahnhof hoch liegt (?). Auf den anderen Seite ist der Damm sehr hoch; die Ausfahrt der Unterführung liegt gar nicht so tief.
  • An der Üst Pleister gibt es in der Nähe des Überwerfungsbauwerk Mauerreste, und zwar westlich der Strecke. War das ein Stellwerk? Das Stellwerk auf den Fotos war am Südende, aber vielleicht gab es einen Vorgänger. Oder Gedöns aus dem Krieg (in dieser Zeit gab es eine Reihe von Gebäuden zwischen den Gleisen und westlich davon) - gut möglich!
  • Auf GE sind südöstlich des Nordeingangs der Überwerfungsbauwerks Fundamente eines Gebäudes zu sehen, mit vier "Türmchen" an jeder Ecke. Das Gebäude sieht man auch auf alten Lauftaufnahmen.
  • Die Aufgabe des Tunnels angesichts der neuen Erkenntnisse (Verbindung nach Rheine) noch mal genauer/ richtig erzählen



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