Historie: Die Kanalbrücken

Aus GUB Münster
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Zurück zu Die Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal / Hoch zur Beschreibung / Weiter zu Der Bahnhof Kanal

Hinweis: An dieser Seite wird aktuell (Mai/ Juni 2021) kräftig gebaut

Kanalbrücken 1935.jpg

Die Kanalbrücken 1935 (VKMS)

Die nördliche und südliche Kanalbrücke wurden zusammen mit den Güterumgehungsbahn gebaut.

Präziser: Die nördliche zweigleisige Kanalbrücke und die beiden südlichen Kanalbrücken, eine eingleisige im Norden und eine zweigleisige im Süden , direkt nebeneinander.


Nördliche Brücke

Die nördliche Brücke mit der Nummer 70 (keine BW Nr. bekannt) war als Fachwerkträgerbrücke ausgeführt und trug zwei Gleise.

Das Tragwerk bestand aus vier Gruppen mit jeweils drei Streben (diagonal von links aufstrebend, vertikal, diagonal von rechts aufstrebend, ein Dreieck mit mit gemeinsamer oben liegender Spitze bildend), die durch vertikale Streben getrennt waren.

Sie wurde am 01.04.1945 von der deutschen Wehrmacht gesprengt und nach dem Krieg nicht mehr aufgebaut.

Notiz: Das Widerlager scheint mir im Süden Platz für ein weiteres Gleis zu haben (nicht aber der Bahndamm und die Brücke über den Lechtenbergweg). Macht Sinn für Mecklenbeck, Lünen und Hamm.


Südliche Brücken

Die nördliche Brücke der südlichen Brücken trug die Nummer 69 (BW Nr. 1559) und war eingleisig ausgeführt. Aus Bild und Schattenwurf zu schließen handelte es sich um eine Vollwandträgerbrücke. Darüber lief das Gleis der Ortsgüterkurve. Die Brücke wurde nach der Sprengung im Krieg nicht ersetzt.

Die süddliche Brücke der südlichen Brücken trug die Nummer 68 (BW Nr. 1558), war anscheinend baugleich mit der Nördlichen Brücke und wie diese zweigleisig ausgeführt. Darüber liefen die Gleise der Strecke aus Mecklenbeck und der - damals eingleisigen - Verbindungskurve von Hamm.

Diese Brücke wurde ebenfalls im Krieg gesprengt und im Gegensatz zu den anderen als einzige wieder aufgebaut.

KanalbrückeLeererAuflieger.jpg

Leeres Widerlager auf der Westseite (Blick nach Südwesten) (CT)

Die Widerlager der südlichen Brücken waren für fünf Gleise ausgelegt. Die gebauten Brücken nutzten den südlichen Teil des Widerlagers für drei Gleise. Auf der Nordseite war Platz für zwei weitere , auch wenn die Brücke über den Lechtenbergweg das nicht hergegeben hätte.

Am Widerlager auf der Westseite des Kanals, das durch die Kanalverbreiterung nicht betroffen war, sieht man gut den Platz für die Extragleise (siehe Foto). Außerdem wurde ja die Brücke 69 nicht wieder aufgebaut, so dass Platz für drei Gleise wäre. Auch die Lechtenbergweg-Brücke hat heute noch Platz für drei Spuren (die Nordseite ist leer).


Notizen:

  • Das war damals alles kreuzungsfrei im Bereich der GUB - die Kurve vom Nordgleis musste allerdings die Strecke von Hamm nach Münster kreuzen.
  • Heute komplizierter als damals ist, dass bei Fahrten aus Mecklenbeck die Einfahrt in EKAN "auf der falschen Seite" erfolgt. Das ist im Bereich der Kanalbrücke "ein Problem" (Fahrt auf dem Gegengleis); danach geht es auf das Umfahrungsgleis.


Kanalverbreiterung

Hinweis: Text in Arbeit. Planausschnitte geplant.

Kanalbrücken 01.03.1967 (Kanalbrücken).jpg

Plan Verbreiterung Kanalbrücke (LAV NRW W, O 001/Bundesbahndirektion Münster Nr. 5938)

Ende der 1960er wurde der Dortmund-Ems-Kanal auf der Höhe der Eisenbahnbrücke - eine Engstelle - auf der Ostseite verbreitert, von 42,85m auf 61,74m. Außerdem war die Durchfahrtshöhe um 0,5m zu erhöhen.

Durch die Verbreiterung im Osten waren die Widerlager auf dieser Seite abzureißen und neu zu erbauen. Durch die Erhöhung der Durchfahrtshöhe waren außerdem die Widerlager auf beiden Seiten zu erhöhen.

Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Münster schlug vor den bestehenden Überbau etwas zu verschieben um so einen eingleisigen Betrieb und den Bau der neuen Brücke und der Hälfte des neuen Widerlagers zu ermöglichen.

Anscheinend hatte die Bundesbahn zwei Optionen auf dem Plan: Entweder die Brücke 69 oder die Brücke 70 jeweils eingleisig neu zu bauen. Beides ist nicht passiert.

Spekulation: Ein Neubau der Brücke 69 hätte ermöglicht, die Strecke aus Mecklenbeck direkt in den Bahnhof Kanal zu führen ohne bei der Fahrt über den Kanal die Verbindungskurve nach Hamm in Gegenrichtung zu befahren. Da werden die Kosten den Nutzen überwogen haben.

Ein Schreiben vom 07.03.1967 spekuliert über den ursprünglichen geplanten Gebrauch der Gleise: "Beim Bau der Umgehungsplan wurden die Widerlager der Kanalbrücke sofort für weitere 3 Gleise, insgesamt also für 5 Gleise, eingerichtet. Die weiteres Gleistrassen dürften für die Einfahrten aus Richtung Mecklenbeck und Dortmund in den Rangierbahnhof sowie für das Güterverbindungsgleis in Richtung Münster Hbf" bestimmt gewesen sein. Diese Forderung kann m.E. heute kaum noch aufrechterhalten werden.".

Bei fünf Gleisen hätte man (von Norden nach Süden sortiert) jeweils ein Gleis für die Ortsgüterkurve (lag auf Brücke 69), die Verbindungskurve aus Lünen (also Dortmund; nicht gebaut), die Strecke aus Mecklenbeck und die Verbindungskurve aus Hamm spendieren können (letztere lagen auf Brücke 68).

"Anders sieht es mit der zweiten Brücke [70], über die die drei Ausfahrten aus dem Rangierbahnhof in Richtung Mecklenbeck, Dortmund und Hamm geführt werden sollten. Ein Überbau wurde nach dem Kriege ausgebaut. ... Auf diese Trasse ist damit praktisch schon verzichtet worden ..."

Ein Start der Arbeiten war für 1968 geplant.


Quellen

Die hier genannten Information stammen sämtlich aus Dokumenten der "Wasser- und Schifffahrtsdirektion Münster" sowie "Bundesbahndirektion Münster" zur Kanalverbreiterung aus den Jahren 1967-1968 (LNRW). Dazu gehören detaillierte Lagepläne sowie ausführliche Korrespondenz zwischen den Behörden.

Notizen

  • Der Kanal war zur Zeit der ersten Brücken schmaler, auf der rechten Seite
    -> nicht nur das: Nach dem Krieg war die neue Brücke auch noch schmal. Zwischen 1974 und 1984 ist der Kanal verbreitert worden - das hat eine neue Eisenbahnbrücke erfordert. http://www.gelmer.de/ausbau.pdf: "In den Jahren von 1927 bis 1959, unterbrochen durch den 2 Weltkrieg, wurde auf der Südstrecke des DEK mit dem Ausbau des Kanalquerschnittes begonnen." Auf FB-Page zum Kanal gepostet: "Hallo zusammen! Eine Frage zur Eisenbahnbrücke (der Güterumgehungsbahn) zwischen Münster und Hiltrup. Auf alten Luftbildern ist zu sehen, dass der Kanal auf Höhe der Brücke zwischen ca. 1974 und 1984 verbreitert worden ist. Kennt jemand die genaueren Daten und weiß jemand, ob die Eisenbahnbrücke bei der Gelegenheit ersetzt werden musste? Bin auf Antworten gespannt!"
    -> Keine Antwort, aber das ist geklärt, mit Bauplänen der Bahn aus dem Archiv: Die Brücke wurde erneuert (verlängert und höher gelegt) und dafür wurde das Widerlager auf der Ostseite abgerissen und schmaler neu gebaut.
  • Gibt es ein Luftbild NACH der Brückensprengung vom 01.04.1945? Von wann sind die NCAP-Bilder? Max. 21.03.1945. Trolley-Bilder? Die waren im Mai! https://www.b24.net/trolley-missions-overview.htm (Münster war dabei), aber vielleicht ist das nur eine Einheit und es wurde mehr geflogen? http://www.trolley-mission.de/en/military-aerial-view-world-war-germany/muenster, http://www.trolley-mission.de/en/ oder (auf YT mehr, darunter Hbf- "Video" (-> slideshow) von MS-Bildern. Anscheinend gab es nicht viele Bilder; die coverage ist definitiv nicht komplett.



Zurück zu Die Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal / Hoch zur Beschreibung / Weiter zu Der Bahnhof Kanal